Vor ein paar Jahren fing ich mit einer Unternehmung an, alleine die ehemalige Bernsteinstraße zu Fuß zu durchstreifen. Auf Grund einer wissenschaftlichen Publikation und einer drin gefundenen Landkarte bearbeitete ich und durchmarschierte eine Strecke aus Prag nach der Ostseeküste und eine Strecke Fluss Moldau entlang, wieder aus der Tschechischen Hauptstadt, jedoch nach Linz, in Oberösterreich. Und durch das Gebiet Österreich und Italien nach Aquileia zu bekommen. Das ist eine der Abzweigungen der ehemaligen Bernsteinstraße, die aus Aquileia an der Adria nach Norden Europas führt, und zwar nach der bernsteinreichen Ostseeküste: Danziger Bucht und Samland. Auskunft darüber finden Sie in der Polnischen, Deutschen und Italienischen Sprache auf der Seite: http://www.bursztynowyszlak.com/index_deutsch.html

poniedziałek, 30 grudnia 2013

Auf den Spuren römischer Kaufleute von Wien nach Klosterneuburg

Wien, XXII. Polnische Kulturtage in Österreich


  Limes-Straße an der Donau,
Abschnitt die ehemalige Bernsteinstraße: Aquileia - die Odermündung

Die Limesstraße von Vindobona nach Westen muss Klosterneuburg südlich umgangen haben. Dazu gab es für den römischen Straßenbauer auch gute Gründe. Denn zwischen Vindobona (Wien) und Comagena (Tulln) schob sich der Wienerwald an zwei markanten Stellen bis hart an das Donauufer. (...)
Dies alles aber ist nicht dahin zu verstehen, dass es zwischen dem Legionslager Vindobona und seinem westlichen Flankenschutzlager Klosterneuburg keinen direkte Verbindungsmöglichkeit gegeben hätte. Ein vom Militär benützter Verbindungsweg über die späteren Dörfer Heiligenstadt, Nußdorf und Kahlenbergerdorf als via militaris wird wohl bestanden haben und ist auch vom zivilen Nahverkehr benützt worden. (...)

Karte aus Stadtmuseum Sankt Pölten: Der Limes in Österreich, wo beide Straßen sichtbar sind, der großen Reichsstraße von Vindobona über Comagena nach Cetium (St.Pölten) und Verbindung von Vindobona nach römische Kastell heute Klosterneuburg.

ARRIANA CASTRA (Arrianis) - Klosterneuburg, das westlichste Hilfstruppenlager der römischen Provinz Pannonia (Pannonia superior)
Autor: Prof. Dr. Hannsjörg Ubl
Text mit freundlicher Genehmigung: Dr. Karl Holubar (Stiftsarchivar)

Das römische Kastell von Klosterneuburg war zur Sicherung der westlichen Provinzgrenze Pannoniens angelegt  in der II. Hälfte des I. Jahrhunderts und von einer Hilfstruppenkohorte besetzt worden.
Nach ihren archäologischen Hinterlassenschaften konnten im Klosterneuburger Lager drei Hilfstruppenkohorten nachgewiesen werden - die cohortes I Montanorum, II Batavorum und I Aelia sagittariorum - von denen als dritte, die zwischen 117 und 127 im Lager eingerückte Aelia sagittariorum auffallend zahlreiche gestempelte Ziegel hinterlassen hat. Mit dem Ziegelstempel lässt sich die Anwesenheit der Truppe im Klosterneuburger Lager gesichert noch im späten III. Jahrhundert nachweisen. (...)
 
Klosterneuburg ist heute durch die archäologische Forschung als Standort eines römischen Militärlagers am pannonischen Donaulimes erkannt worden.

Mit der cohors I Aelia sagittariorum beginnt in Klosterneuburg eine Periode intensiver Ziegelproduktion, deren Erzeugnisse sich nach Osten zu in verschiedenen pannonischen Lagern entlang des Donaulimes wie auch in der römischen Großvilla von Bruckneudorf finden.

(...) Erhärtung fand die Namenszuweisung ARRIANIS an das archäologisch als westlichstes Lager Pannoniens erkannte Klosterneuburg durch Ziegelstempel mit der Ortsnamenprägung ARRIANIS, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den militärischen Ziegeleien von Klosterneuburg geschlagen und gebrannt worden sind.
(...) Natürlich ist der Lagername auch auf die sich neben dem Lager rasch ausbreitende Zivilsiedlung, den vicus, übertragen worden. (...)

Stift Klosterneuburg
 

piątek, 27 grudnia 2013

Stadtmuseum Leonding - Turm 9


An der Grenze des römischen Reiches
Der römische Wachturm am Kürnberg ist Teil der Befestigung der insgesamt über 5.500 km langen Außengrenze des Imperium Romanum gewesen, die heute unter dem Begriff Limes zusammengefasst wird. Im Bereich der Provinz Noricum bildete die Donau ein natürliches Hindernis, das zusätzlich durch Wachtürme, Kastelle und ab dem späten 2. Jahrhundert n. Chr. auch durch ein Legionslager in Lauriacum/Enns gesichert wurde. Es handelte sich also um eine Flussgrenze (lat. ripa). Die nächste größere Einheit war im Kastell Lentia/Linz stationiert. Zwischen der Wachturmkette und den Truppenlagern konnte mittels Signalzeichen kommuniziert werden.






Der Wachturm beim Hirschleitenbach dürfte im Zuge des Grenzausbaus unter Kaiser Marcus Aurelius (161-180 n. Chr.) errichtet worden sein. Dieser Bau hatte einen Grundriss von 6 x 6 m. Wie Ziegel mit dem Stempel "URSICINUS" zeigen, löste im späten 4. Jahrhundert n. Chr. ein größerer Turm mit einer Grundfläche von nicht ganz 10 x 10 m den alten ab.










Modell eines römischen Wagens

von Text: Stadtmuseum Leonding