Vor ein paar Jahren fing ich mit einer Unternehmung an, alleine die ehemalige Bernsteinstraße zu Fuß zu durchstreifen. Auf Grund einer wissenschaftlichen Publikation und einer drin gefundenen Landkarte bearbeitete ich und durchmarschierte eine Strecke aus Prag nach der Ostseeküste und eine Strecke Fluss Moldau entlang, wieder aus der Tschechischen Hauptstadt, jedoch nach Linz, in Oberösterreich. Und durch das Gebiet Österreich und Italien nach Aquileia zu bekommen. Das ist eine der Abzweigungen der ehemaligen Bernsteinstraße, die aus Aquileia an der Adria nach Norden Europas führt, und zwar nach der bernsteinreichen Ostseeküste: Danziger Bucht und Samland. Auskunft darüber finden Sie in der Polnischen, Deutschen und Italienischen Sprache auf der Seite: http://www.bursztynowyszlak.com/index_deutsch.html

wtorek, 30 marca 2010

Bernsteinstraße zu Fuß von Prag

Mein Interesse nach Golem und seine Geschichte begann nach dem ich, über mehr als zehn Jahre, den tschechischen Film von einem Becker und Golem, gesehen habe. Während meines Kulturwissenschaftstudiums an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen, habe ich eine Lizenziatarbeit über Golem geschrieben, über Golem, der wie ein Robot für die Leute die nötige Arbeit verrichten sollte. Vielleicht ist aber Golem keine seelenlose Marionette, sonder jemand, der fühlt, vielleicht auch träumt und sein jämmerliches „kriecherisches“ Leben sieht.
Meine nächste Arbeit, diesmal Magisterarbeit, wollte ich über die ehemalige Bernsteinstrasse schreiben. Zuerst wollte ich diese Route auf Gebiet Polen selber zu Fuß zurücklegen. Ich mag Kastanien und Bernstein, vielleicht haben sie etwas Magisches. Viele Stunden habe ich in Bibliotheken verbracht, wo ich Materialien über die Strecke, welche die Bernsteinhändler gewandert haben, gesucht habe.
Aus verschiedenen Gründen konnte ich leider nicht diese Trasse zu Fuß zurücklegen. Meine Magisterarbeit schrieb ich deshalb über Josefstadt, das Jüdische Viertel in Prag, und auf diese Weise habe ich den Golemfaden aufgegriffen. Gerade wegen meiner Sympathie für die Hauptstadt von Tschechien, habe ich nach einem Jahr eine der Abzweigungen der ehemaligen Bernsteinstrasse, die durch Prag führte, bearbeitet.

Meine Forschungsreise nach „Gold des Nordens” habe ich am 30 Juli begonnen, im Hochsommer, auf der Strasse Podĕbradska im östlichen Viertel der Hauptstat von Tschechien Vysočan. Vielleicht genau so, wie die Bernsteinleute habe ich die Hitze in Tschechen, den strömenden Regen in Polen und Nachtwandern erfahren. Ich musste auch verrenktes Bein kurieren und erst nach ein paar Tagen konnte ich die Wanderung nach Breslau und weiter fortsetzten. Der Aufenthalt im Kaliningrader Gebiet, war dank einer der polnischen Firmen möglich. Während der Wanderung im Westen des Samlands habe ich den Bernsteinfischern mit ihren Funden getroffen. Wenn ich in Händen gerade herausgezogene, rohe Bersteinschollen gehalten habe, war ich so beeindruckt, dass ich kein Foto gemacht habe.

So wie die ehemaligen Händler wollte auch ich jeden Tag ungefähr 20 bis 30 Kilometer täglich wandern und dann übernachten, dort wo ich das natürlich früher geplant habe, in Ortschaften, wo ich auch etwas essen, besichtigen, abends die Notizen vervollständigen und endlich schlafen gehen kann. In der Praxis sah das aber ganz anders aus. Darüber werde ich auch erzählen. Weil ich an der über 1000 Kilometer langen Route jede Nacht in einem anderen Ort verbringen wollte, habe ich keine Reservierung im Voraus gemach. Meine Tochter hat mir geraten aus Internet Adressen der Jugendherbergen in Polen auszudrücken. In diesen Herbergen habe ich für die Übernachtung viel weniger ausgegeben. Bei demselben Standard, wie in einigen Hotels (zum Beispiel Badezimmer auf dem Korridor), kann man dort zum halben Preis übernachten.

Die erste Etappe sollte ich in Mochov, einer tschechischen Ortschaft, nach 20 Kilometer Wanderung enden. Schon am ersten Tag gab es aber Hindernisse. Die Kosten der Übernachtung waren höher als ich dass in meinem Budget vorgesehen habe. In einzigem Hotel, wo es noch freie Plätze gab, sollte ich 900 Kronen bezahlen (ungefähr 125 Zloty). Ich marschierte also weiter, die Straße in Richtung Podĕbrad entlang. Die heiße Luft wellte über die Asphalt, die Hüfte und der Arm taten mir weh, der Rucksack „wärmte” zusätzlich. Endlich, nach 34,5 Kilometer der Route, im Ort Sadská, haben mir gute Leute den Weg nach Hotel Modrá Hvĕzda gezeigt, wo ich für 315 Kronen übernachten konnte.

Am angenehmsten während der Eskapade war, wenn ich durch Dörfer, Wälder und Felder gewandert habe. Ich konnte dann die, vor der Sonne erwärmte Früchte direkt vom Baum essen oder sammeln: Pflaumen, Äpfel und Mirabellen. Ich „trank“ gerade diese Früchte, als ich in Richtung Hradec Králové marschierte. Im Ort Nepolisy, habe ich Mineralwasser gekauft und sich glücklich weiter auf den Weg gemacht. In den nächsten Ortschaften aber, die ganze 26 Kilometer lange Strecke entlang: Luková, Mlékosrby, Bydžovská Lhotka, Barchov, Zvíkov, Kunčice, Radostov, Radíkovice, Tĕchlovice, konnte ich nirgendwo Wasser kaufen. Kleine Geschäfte waren am Morgen, und dann erst am Nachmittag offen, genauso wie Wirtshäuser. Unterwegs trank ich immer sehr viel, und am diesen Tag, dachte ich, ich schaff es einfach nicht. Ich konnte nicht Wasser im Voraus kaufen. Wie sollte ich mit einer Sammelpackung, so viele Kilometer wandern. Eine Frau wollte mir Wasser in die Flasche eingießen. Ich musste mich bei ihr aber bedanken, denn ich wollte nicht einen Umweg machen. Ich hoffte ich werde die Wasser noch kaufen können. Das war aber erst im Ort Stĕžery, 3 Kilometer vor Hradec Králové möglich, wo ich 1,5 Liter Wasser, ein Liter Saft und ein Eis gekauft und sofort getrunken und gegessen habe. Nach dieser kurzen Pause habe ich nach Hradec Králové gekrochen. Ortsbewohner haben mich informiert, dass ich eigentlich keine Wahl habe, wenn es um die Übernachtung geht. Die einige Möglichkeit war ein Hotelzimmer für 790 Kronen. Ich habe nur noch geprüft, ob ich überhaupt genug Kronen habe. Im Hotel überlegte ich mir reiflich weitere Marschroute. Ich habe zu viel Geld ausgegeben.
Wenn es um die leere Flaschen geht, habe ich die ganze Trasse entlang mein Müll in einer Tasche getragen. Ich weiß ich sah manchmal seltsam aus - mit Rücksack und dieser Tasche, aber mein Müll habe ich nie irgendwo geworfen.

Am wichtigsten während der Vorbereitungen zu der Marschroute war für mich das Abstecken einer optimalen Trasse, auf Grund von der Wissenschaftsveröffentlichung, so dass sie der ehemaligen Bernsteinstrasse möglichst genau entsprach. In Bezug auf meine geringen Finanzmittel, habe ich alle Landkarten aus Internet, das heißt aus einer tschechischen Touristikseite CZeCOT, und aus polnischer Seite Szukacz gedruckt. Ich habe auch Landkarten, die ich in Bibliotheken und bei meinen Bekannten fand, kopiert. Wenn ich auf der Landkarte keine Distanzen gefunden habe, musste ich sie selbst rechnen, mit Hilfe von einer Linear, gemäß dem Maßstab der Karte. Weil ich keine topografische Karte gehabt habe, sehr oft war es so, dass ich, in Wirklichkeit, statt einer, wie auf der Karte, zwei oder drei Wege gefunden habe.
Ohne Hilfe der Fahrer würde in solchen Situationen die weitre Wanderung einfach nicht mehr möglich. Ich habe das selbst erfahren, als ich vor dem Hochwasser aus Kamieniec Ząbkowicki geflohen habe. Budzówka war schon unter der Brücke. Man hat nur die Fußgänger durchgelassen und Evakuierungswege vorbereitet. Wasser war schon auf den Strassen. In die Keller ist so viel Wasser eingedrungen, dass die Einwohner mit dem Auspumpen nicht fertig worden. Um 14.00 Uhr war ich auf der Strasse. Ich habe Angst gehabt, dass ich wegen des Regnens weiter nicht gehen werde. In Pantoffel bin ich durch die überschwemmte Stadt gewandert. Am Anfang hat mich ein Fahrer, der mit seiner Familie gereist hat, ausführlich informiert, wie ich die Stadt verlassen soll. Weiter war aber viel schlechter, niemand wollte den Wagen halten, und ich musste letztendlich von dem geplanten Weg abweichen. Um alles „auszurichten” bin ich einpaar Kilometer mehr gegangen. Es ist dunkel geworden und in der Nähe gab es keine Übernachtungsmöglichkeit. Dazu habe ich mich noch den Fuß verrenkt, die immer mehr wehtat. Ich habe mich also auf meiner Isoliermate ausgestreckt und ungefähr eine Stunde unter einem Busch in der Nähe des Weges geschlafen. Es duftete nach Stoppelfeld, starker Wind wehte vom Westen. Hinkend bin ich sehr langsam weitergegangen. Die ganze Nacht habe ich aber den Berg mit dem, wie eine Leuchtturm blinkendem Mast, gesehen. Die Lichte von Ślęża, rechts und hinter mir, zeigten die Richtung der Marschroute. Die Richtung war richtig. Das war am wichtigsten. Nach 14 Stunden, gegen Morgen, als ich schon äußerst müde war, habe ich mich entschließen, zum ersten Mal 5 Kilometer zu Pustkowo Wilczkowskie, wo ich übernachten konnte, zu fahren.
Das Suchen nach einer Übernachtungsmöglichkeit hat immer lange gedauert. Sehr oft war ich so müde, und meine Beine taten so weh, dass ich in der Nacht geschlummert nicht geschlafen habe. Im Hotel in Kwidzyń habe ich erst am Morgen bemerkt, dass es in meinem Zimmer noch eine Tür gab, und hinter ihr ein Badezimmer. Manchmal war ich so müde, dass ich nicht im Stande war Notizen zu machen. Deshalb, wie sich erwiesen hat, ist die Anzahl der Kilometer, die ich angegeben habe, niedriger, als die Distanz, die ich wirklich zurücklegt habe Zwei der Strecken habe ich nicht summiert, was ich erst später festgestellt habe. Die wirkliche Distanz war also länger als 1020 Kilometer. Letztendlich habe ich aber schon nichts geändert. Ich wollte nicht, dass mir jemand Unehrlichkeit vorwirft.
Während des ganzen Unternehmens gab es auch angenehme Abende, wenn die Personen, die sich für Geschichten über meine Marschroute interessiert haben, mir uneigennützig Unterkunft vorgeschlagen haben. Mehrmals haben mir auch Kinder geholfen. In einem des Interviews hat man gefragt, wonach denke ich wenn ich wandere. Offen gesagt, denke ich vor allem darüber, ob und wo ich übernachten werde.

Die Strecke aus Toruń nach Chełmno war nicht angenehm. Ich musste eine Schnellstraße entlang marschieren. Genauso in Polen, als auch in Tschechien gab es solche Strecken der ehemaligen Bernsteinstraße, die heute mit Strassen mit hoher Verkehrsdichte zusammenfallen. Dort habe ich keine Wahl gehabt, als nur am Rande dieser Strassen zu marschieren.
Vielleicht wird es seltsam klingen, ich wollte aber schreiben, dass man überhaupt nicht vieles Geld ausgeben muss um Extremsport zu treiben. Man kann zum Beispiel versuchen die Steinstrand, die Welle überschwemmen entlang „spazieren gehen”, oder um die Strasse zu erreichen, durch Lebensraum der Vögel, Sumpf und „Küstenurwald”, das heißt Himbeerstrauch, Brennnessel und anderes Gestrüpp, drängen, was ich auf der, am weitesten nördlich gelegener Landzunge des Samlands, erfahren habe. Man kann auch bei heftigem Regnen und Wind, die Landesstraße A1 oder die Strasse aus Elbląg nach Pasłęk, die den See Drużno umkreist, entlang marschieren. Diese Strecke und noch andere, die ich damals nicht „durchmarschiert” habe, habe ich im nächsten Sommer vervollständigt. Die Strasse aus Elbląg, war wie eine Wiederholung der Route aus Toruń, weil es wieder so heftig geregnet und geweht hat, dass der Regenmantel kein ausrechender Schutz war. Ich habe doch noch einen Rücksack gehabt. Es war kalt, und obwohl ich Kleidung gewechselt habe, Socken sogar zweimal, reichte es nicht. Auf dieser Strecke habe ich nämlich meine Füße wund gerieben. Übrigens, jemand der einen Regenmantel mit einem „Buckel” für Rücksack herstellen würde, würde bestimmt ein Vermögen erwerben.
Ich wanderte im warmen Regen. Auf Straßen, die nicht so stark befahren Waren, watete ich im Regenwasserstrahlen, wie in kleinen Bächen. Es machte mir manchmal wirklich Spaß. Häufiger aber sah alles, was ich während einer Platzregen anhatte, wie nach Waschen ohne Schleudern. Wenn die Kleidung während der Nacht nicht trocken wurde, zog ich Folienbeutel auf meine Socken an, damit sie trocken bleiben. Wenn es zu Regnen aufgehört hat, war das eine gute Methode, die Schuhe wurden inzwischen trocken. Wenn es aber weiter regnete, hatte das keinen Sinn gehabt. Die Betel zerrissen dann während des Marsches und die Socken wurden schließlich nass. Als ich im Studentenheim in Toruń übernachtet habe, konnte ich alles waschen und abtrocknen. Es schien mir unmöglich. Den Moment in dem ich Toruń gesehen habe werde ich nie vergessen. Ich bin über die alte Brücke im Zentrum gegangen. Rechts sah ich nur hohe Bäume und plötzlich, wie am Anfang eines Spektakels nach Aufschieben des Vorhangs, ist das Panorama der Stadt erschienen.

Wenn es um das Essen geht, habe ich auf der Trasse gegessen. Nach vielen Stunden der Wanderung habe ich oft Lust auf Kuchen gehabt. Manchmal konnte ich zum Beispiel auf einmal zwei Hefegebäck oder andere Süßigkeiten verschlingen.

Am 13 September, als ich auf die Danziger Küste gelangte, habe ich auf dem Strand kein Bernstein gefunden, auf dem Rückweg aber, im Strandpark, habe ich an einer „Danziger Safari“ teilgenommen. Aus dem Busch sind mir über den Weg Wildschweine mit Jungen gelaufen.

Unten die Etappenortschaften: Praha, Sadská, Kopičák, Hradec Králové, Jaromĕř, Nové Mĕsto nad Metují, Jeleniów, Polanica Zdrój, Kłodzko, Kamieniec Ząbkowicki, Jordanów Śląski, Pustków Wilczkowski, Wrocław, Widawa, Dobroszyce, Cieszyn, Przygodzice, Kalisz, Kamień, Gadówek, Stare Miasto, Kazimierz Biskupi, Skulsk, Inowrocław, Kawęczyn, Toruń, Grzywna, Chełmno, Grudziądz, Kwidzyn, Malbork, Dzierzgoń, Jelonki, Elbląg, Frombork, Braniewo, mit dem Zug nach Калининград, mit dem Bus nach Пpимopcк und weiter nach Янтapный, Филинo, mit dem Kleinbus nach Калининград, mit dem Bus nach Elbląg, dann nach Kwidzyn, Małe Walichnowy, Tczew, Pruszcz Gdański, Gdańsk, Starzyno.
Im Kaliningrader Gebiet, habe ich ausnahmsweise nur den westlichen Strand der Halbinsel Samland durchgewandert, erstens weil es dort keinen Durchgang über die Grenze für Fußgänger gab und zweitens, weil man in der Zeit der Bernsteinstrasse, bestimmt das Frische Haff nicht zu Fuß umgegangen hat. Die Bernsteinhändler benutzten Schiffe um den Weg nicht zu verlängern.